Wissenschaft und Kommunismus – zusammen geht es besser

Aleksandra Elbakyan als Preisträgerin des Wiki-Award, Foto: Krassotkin/commons.wikimedia.org/wiki/File:Wiki-award_2016_114.JPG?uselang=de/creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de

Kapitalismus erschwert wissenschaftliche Erkenntnis

Universitätsprofessoren werden von den Hochschulen, an denen sie forschen und lehren, bezahlt. Die Mittel dazu bringen diejenigen auf, die Steuern zahlen, also wir alle.

In der Produktion ist es so, daß ein Werktätiger, der eine Neuerung einführt, die Verwertung seinem Chef überläßt. Schließlich bekommt er einen Lohn für seine Arbeit und das, was er in seiner bezahlten Arbeitszeit erarbeitet, gehört dann dem Chef. Wenn es in der Wissenschaft genau so wäre, wären alle Forschungsergebnisse Eigentum der Gesellschaft, die diese Forschung bezahlt. Der Erfinder des guten und wirksamen Impfstoffes gegen Kinderlähmong hatte sich als Professor der Hochschule geweigert, seinen Impfstoff patentieren zu lassen. Darauf hingewiesen, daß dann jeder beliebige diesen Impfstoff auf seinen Namen patentieren lassen könne, wenn er es als Erfinder nicht selbst tue, ließ er sich widerwillig darauf ein, den Impfstoff zu patentieren, um dann zu sagen: „ich schenke das Patent meinem Volk“. Schließlich habe er viele Jahre aus dem Steueraufkommen dieses Volkes ein gutes Professorengehalt bekommen, von dem er gut leben konnte. Der wirksame Impfstoff gegen Kinderlähmung ist weltweit erhältlich, ohne daß sich kapitalistische Monopole damit ihre Taschen füllen konnten, er ist ein wichtiger Beitrag zur Ausrottung der Kinderlähmung.

Monopolisierung des Wissens

Die Gegenposition findet sich bei den Impstoffherstellern „an der Goldgrube“ in Mainz, die sich einen schlechten mit Nebenwirkungen verbundenen und wenig wirksamen Impfstoff patentieren ließen und darüber viele Millionen Euro in die eigenen Taschen steckten. Die Bundesregierung übernahm kostenlos die Reklamekampagne für den patentierten Impfstoff.

Die Gegenposition findet sich auch bei einer Vielzahl von Professoren, die ihre Veröffentlichungen gegen Geld an wissenschafliche Fachverlage abgeben, die dann damit Profite machen, daß die Studien nur noch über teure Bezahlschranken verfügbar sind. Doktoranden, die darauf angewiesen sind, die Studien ihres Fachgebietes zu kennen, müssen sich auf die Erpressung einlassen und an die Fachverlage zahlen. Dabei stehen sie ganz am Anfang ihrer Forscherkarriere und haben eben keine gut bezahlten Stellen. Doktoranden werden an Universitäten schlechter bezahlt als Professoren. Wenn man dann noch feststellt, daß die betreuenden Professoren die Ergebnisse ihrer Doktoranden in ihre eigenen Veröffentlichungen aufnehmen, die dann wiederum an die Fachverlage verkauft werden, dann wird es völlig absurd. Diese korrupten Professoren kriegen den Hals nicht voll und kassieren doppelt: Das Gehalt, das sie aus Steuermitteln bezahlt bekommen, dann durch die kapitalistische Verwertung ihrer Texte, die sie in ihrer bereits bezahlten Arbeitszeit anfertigen. Vielleicht wird sogar dreifach abkassiert, wenn etwa ein Medizinprofessor Gelder von der Pharmaindustrie annimmt und mit seinen Veröffentlchungen deren Reklamemann macht.

Die Fachverlage entscheiden, was sie veröffentlichen, und wissenschaftliche Ergebnisse, für die es keinen Markt gibt, erscheinen nicht. Damit wird eine von Profitinteressen unabhängige Forschung, die der Allgemeinhait nützt, ausgebremst.

Wissenschaft gehört allen Menschen

Nun hat Aleksandra Elbakyan, die kasachische Genossin mit offenbar sehr guten EDV-Kenntnissen, die Datensammlungen wissenschaftlicher Fachverlage ohne Bezahlschranke geöffnet und kopiert und auf einer Seite „Sci-Hub“ ins Netz gestellt, die für alle wissenschaftlich Interessierten barrierefrei lesbar ist, so sie denn englisch lesen können. Um auch noch diese Sprachbarriere aufzuheben, arbeitet das Projekt jetzt daran, die Artikelsammlung (88 Millionen) in alle möglichen Landessprachen zu übersetzen. Es sei „the first website in the world to provide mass & public access to research papers“, steht auf der Seite. Sie erhielt dafür bereits 2016 den Wiki-Award. Ein Interview mit der Preisträgerin  – Wissenschaftlerin brachte die Junge Welt: https://www.jungewelt.de/artikel/439162.leaks-sci-hub-k%C3%A4mpft-gegen-das-system.html?sstr=SciHub

Die kasachische Genossin lebt in Russland ähnlich sicher wie Edward Snowden, deshalb nimmt sie die Verurteilungen durch Gerichte kapitalistischer Länder gelassen. Die um ihre Extraprofite gebrachten Fachverlage versuchen nun, bei den „wertewestlichen“ Gerichten und Regierungen zu erreichen, daß das Internet zensiert wird und sci-hub nicht mehr aufzurufen sein soll. Die Seite war aber heute von Deutschland erreichbar und da waren interessante und relevante Studien zu lesen (leider nur auf Englisch). Internetadresse:

https://www.sci-hub.live

screenshot von Aleksandras Webseite: https://www.sci-hub.live/alexandra#works

weitere Infos zu dem Sci-Hub Projekt unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Sci-Hub

Der 1. Dezember ist der Tag der Gefangenen für den Frieden:

Mahnwache für die Freilassung des politischen Gefangenen

Julian Assange

1.12.2022, 12 Uhr, Flensburg, Holm-Nixe

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s